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27.01.2017

 


​Projektgruppen mit Professoren, Mitarbeitern und Projektpartnern
 

Stark in Optik und Funktion: das neue Trikot der Tauzieher

​Albstadt/Sigmaringen. Am Mittwoch präsentierten vier Projektgruppen des Masterstudiengangs Textil- und Bekleidungsmanagement die Ergebnisse ihrer Industrieprojekte im Wintersemester 2016/2017. Die vier Projektgruppen beschäftigten sich mit Analyse und Verarbeitung nahtfreier Klebemethoden (im Fachjargon: Fügeverfahren) und entwarfen ein Wettkampfshirt für die deutsche Nationalmannschaft im Tauziehen. Betreut wurden die Projektgruppen durch Prof. Dr. Jutta Buttgereit und Prof. Matthias Kimmerle. Projektpartner sind das Unternehmen BEMIS Associates Inc. aus den USA und der Deutsche Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband e.V..

Kleben statt Nähen: Vorteile und Chancen

Für den Projektpartner BEMIS Associates Inc. analysierten 9 Studentinnen und 2 Studenten in drei Projektgruppen Vor- und Nachteile der nahtfreien Fügeverfahren, entwickelten Ideen für modische Akzente und testeten ein flüssiges Klebeverfahren mittel 3D Drucktechnologie. Bill Fabiszewski und Lacey Johnson vom Partnerunternehmen BEMIS Associates Inc. waren extra für die Präsentation aus den USA angereist. Man habe nach „outside the box“-Denken gesucht und freue sich über die verschiedenen Ansätze und Ergebnisse, so Fabiszewski, Global Marketing Manager bei Bemis. Der Hersteller von Heißsiegelfolien, Klebstoffen, Beschichtungen und Bändern war schon länger im Gespräch mit der Hochschule.
Vier Studentinnen verglichen mittels international anerkannter Textilprüfungsverfahren nun 12 Wochen lang die BEMIS Produkte mit klassischen elastischen Nähten. Vorteile sahen die Studierenden dabei vor allem in der Dauerbeständigkeit, der Elastizität und dem Tragekomfort. Drei weitere Studentinnen und ihr Kommilitone erstellten ein kreatives Handbuch für die nahtfreien Fügeverfahren auch jenseits des klassischen Einsatzes bei Sportbekleidung. Hierbei ließen sich die Studierenden von Trends, Stores und Modenzeitschriften inspirieren und entwickelten neue Designvarianten beispielsweise für Shirts. Das Handbuch mit den Verarbeitungsvorschlägen in Form eines Kleiderständers könnte Bemis als „Eyecatcher“ zukünftig auf Messen einsetzen. Drei mexikanische Austauschstudenten erforschten außerdem eine neue Anwendungsmöglichkeit für ein innovatives BEMIS Produkt. Sie entwickelten unter Verwendung von aufschmelzbaren thermoplastischen Polyurethanen (TPU) dreidimensionale Strukturen, die auf Textilien appliziert über stoßdämpfende Eigenschaften verfügen. Als Anschauungsbeispiel entwarfen die Studierenden den Prototyp einer Laptoptasche.
 
Wettkampfshirt für die Nationalmannschaft im Tauziehen
 
4 Studentinnen entwickelten in Kooperation mit dem Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verband e.V. außerdem ein Wettkampfshirt für die deutsche Nationalmannschaft im Tauziehen. Da es bislang kein Trikot speziell für den Tauziehsport gab, verwenden die Sportler bislang ein schlichtes weißes Rugbytrikot. Das neue, körperbetonte Trikot in Schwarz mit goldenen Akzenten hat unterhalb des rechten Arms eine gepolsterte rutschsichere Zone in den Farben Schwarz, Rot, Gold, die mittels Silikonauftrag des Balinger Unternehmens NTT (New Textile Technologies) angebracht wurde. Das Trikot berücksichtigt so die komplexen Anforderungen der Sportart und ist gleichzeitig ein echtes optisches Highlight. Am Anfang sei man von Verbandsseite noch zurückhaltend gewesen, sagt Axel Herre, Sportdirektor des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauzieh-Verbands. Inzwischen sind er und Ralf Bräuninger, Vizepräsident Tauziehen, von der Neuentwicklung der Studentinnen aber begeistert. Bräuninger hatte den Prototypen sogar schon selbst getestet. Ein Angebot für die Produktion der T-Shirts liegt ebenfalls vor. Die NTT GmbH hat sich bereit erklärt die Shirts zu produzieren und zu sponsern. Für 99 Euro würden die Shirts „made in germany“ an den Verband verkauft werden (der Normpreis läge bei rund 270 Euro). „Wir werden wahrscheinlich zwei Sets der Shirts erwerben und im Training auf Herz und Nieren testen“, erklärt Herre. Bräuninger geht sogar noch einen Schritt weiter: „Aktuell gehen wir davon aus, dass die Shirts bei den World Games in Polen im Juli zum ersten Mal zum Einsatz kommen“.