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08.05.2017

Interreligiöser Dialog gestartet: „Die heutige Reformation ist die Öffnung gegenüber anderen Religionen.“

 


​Rektorin Ingeborg Mühldorfer begrüßte die mehr als 100 Besucher
 

Was hat der interreligiöse Dialog mit dem innerchristlichen Thema Reformation zu tun? Diese und andere Fragen beantwortete Karl-Hermann Blickle in seinem Vortrag

​Albstadt/Sigmaringen. Mit über einhundert Besuchern sind am Donnerstag die Hochschule Albstadt-Sigmaringen, die Stiftung Stuttgarter Lehrhaus und die evangelischen Kirchengemeinden in Albstadt in die Reihe Interreligiöser Dialog im Reformationsjahr – „Wirtschaftsethik, Bildung und Religion aus Sicht des Judentums, Christentums und Islams“ gestartet. Mit dem Thema „Reformatorische Wirtschaftsethik und ihr Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Südwestdeutschland – von Martin Luther über Calvin zu Phillip Matthäus Hahn“ von Karl-Hermann Blickle, Vorsitzender und Mitbegründer der interreligiösen Stiftung "Stuttgarter Lehrhaus", ging es los.

Zu Beginn führte Rektorin Dr. Ingeborg Mühldorfer in die Reihe ein. Sie betonte die Bedeutung der Reformation, die Europa kulturell und wirtschaftlich verändert habe und die Rolle Luthers als Wegbereiter der Bildung einer breiten Bevölkerungsschicht.

„Was hat der interreligiöse Dialog mit dem innerchristlichen Thema Reformation zu tun?“ Und wo besteht der Zusammenhang zwischen Reformation und Wirtschaft?“ Diese Fragen stellte Referent Karl-Hermann Blickle gleich zu Beginn seines Vortrages und gab in dessen Verlauf die Antworten.
 
Auch die wirtschaftliche und politische Globalisierung habe eine religiöse Komponente, so Blickle. Die religiöse Globalisierung führe dabei zu einer Polarisierung mit einem Erstarken fundamentalistischer Kräfte auf der einen Seite und einer höheren Dialogbereitschaft und Toleranz auf der anderen Seite. Den interreligiösen Dialog betrachte er als wichtige Aufgabe und als Reformationsbewegung des 21 Jahrhunderts. Denn die Gemeinsamkeiten, gerade in den drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam, überwögen dogmatische Grenzen bei weitem. „Die heutige Reformation ist die Öffnung gegenüber anderen Religionen“, lautet entsprechend sein Resümee. 
 
Im zweiten Teil führte Blickle in die pietistische Arbeits- und Wirtschaftsethik ein und betrachtete diese als Grundstein für die starke Textil- und Wagenindustrie in der Region. Die Frage aus dem Publikum ob es eine Reformation der Wirtschaftsethik benötige, beantwortete Blickle mit einem klaren Ja. „Werte, die dem System verloren gegangen sind, müssen diesem wieder zugeführt werden“, so die Ausführungen des Diplom-Volkswirts. Und dazu könne der interreligiöse Dialog beitragen.
 
 
Weitere Termine:
 
Donnerstag, 11.05.2017, 19:00 Uhr
Jüdische Bildung, lutherische Ausgrenzung und deren Wirkungen auf die historische Wirtschaftsentwicklung in Deutschland - Von Martin Luther über Moses Mendelssohn zu den jüdischen Industriepionieren in der Textilindustrie Südwestdeutschlands
Referent: Rabbiner Jehoshua Ahrens, Düsseldorf
Moderation: Pfarrer Walter Schwaiger, Ebingen
Technologiewerkstatt Albstadt, An der Technologiewerkstatt 1, 72461 Albstadt-Tailfingen
 
Donnerstag, 18.05.2017, 19:00 Uhr
Wirtschafts- und Bildungsethik im Islam
Referent: Arhan Kardas, Jurist und muslimischer Dozent am Institut für jüdische Studien und Religionswissenschaft – Universität Potsdam
Moderation: Pfarrer Bernd Mayer, Tailfingen
Technologiewerkstatt Albstadt, An der Technologiewerkstatt 1, 72461 Albstadt-Tailfingen
 
 
 
 
 
 
Interreligiöser Dialog gestartet: „Die heutige Reformation ist die Öffnung gegenüber anderen Religionen.“