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04.07.2017

Studierende stellen Handlungsempfehlungen für den RegioBus DonauBodensee vor

 


​Projektgruppe RegioBus

Albstadt/Sigmaringen. Ende Juni haben zehn Studierende im Master Betriebswirtschaft und Management ihre Analyse des RegioBus DonauBodensee vorgestellt. Vorausgegangen war eine umfangreiche Befragung von Fahrgästen, Besuchern von Fußgängerzonen sowie eine Onlinebefragung. Ziel der Analyse war herauszufinden, wie das Angebot noch attraktiver gestaltet werden kann, um weitere Nutzer für den Bus zu gewinnen. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Landkreis Sigmaringen durchgeführt.

Bereits Ende April begleiteten die Studierenden den RegioBus auf seinen Fahrtrouten. An den Haltestellen, im Bus und in den Fußgängerzonen von Sigmaringen, Pfullendorf und Überlingen führten Sie eine Umfrage durch. Parallel dazu wurden Tourismusbüros, Bürgermeister, Unternehmen, andere Verkehrsbetriebe sowie Busfahrer befragt und eine Online-Umfrage durchgeführt. Zudem verglichen die Studierenden das Angebot mit anderen Anbietern. Im Anschluss wurden die Ergebnisse ausgewertet und daraus Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Svea Quednow, Anja Schmid, Laura Schulze, Nadine Strobel untersuchen die Auswertung von insgesamt 135 Nicht-Nutzern und leiteten Handlungsempfehlungen zur Gewinnung von Neukunden ab. Lisa Leicht, Melina Metzger, Tanja Spindler, David Werner, Marcel Müller und Diana Paschko werteten die Befragung von 149 Nutzern sowie 21 Busfahrern aus.
 
Insgesamt wurde das Angebot als sehr gut bewertet. Ein Ergebnis, das sich mit der hohen Kundenresonanz von mehr als 323 000 Fahrgäste im ersten Betriebsjahr (entspricht einer durchschnittlichen Belegung von 885 Fahrgästen pro Tag) deckt. Gründe für die Nicht-Nutzung lagen meist in der Nutzung privater Verkehrsmittel, einer mangelnden Anbindung sowie der fehlenden Flexibilität. Leichte Abstriche gab es bei der Ausstattung der Haltestellen, den Anschlussverbindungen und dem Thema Pünktlichkeit. An den Wochenenden wünschen sich die Fahrgäste zudem mehr Abstellmöglichkeiten für Gepäck und Fahrräder. Kritikpunkte von Fahrgästen waren außerdem die Nennung der Anzahl an Fahrrädern im Voraus, zu knapp bemessene Umstiegs-Zeiten und das Fehlen von Echtzeit-Anzeigen. Außerdem wünschten sich fast zwei Drittel der Kunden einen Nachtbus, mehr als ein Drittel ein Fundbüro und ebenfalls ein Drittel einen Bus zum Mieten. Eine verbesserte Kommunikation, beispielsweise über eine Homepage, eine Bus-App oder Aushänge und Flyer, stand ebenfalls auf der Wunschliste. Unabhängig von den Verbesserungswünschen belegte die Umfrage eine hohe Bereitschaft zur Weiterempfehlung.
 
Handlungsempfehlungen sollen Angebot weiter verbessern
 
Neben Zusatzangeboten wie einem Nachtbus am Wochenende oder dem Angebot eines Miet-Busses empfahlen die Studierenden die Einrichtung von Serviceleistungen wie einem Fundbüro oder einer Bus-App mit Echtzeit-Anzeigen. Eine erhöhte Frequenz und der Einsatz von Gelenkbussen an den Stoßzeiten könnte das Angebot weiter verbessern. Ebenso könnte die Anfahrt von ausgewählten Ausflugsmöglichkeiten wie dem Seepark Pfullendorf und Kooperationen mit regionalen Highlights wie dem Sigmaringer Schloss zur Steigerung der Attraktivität beitragen.
Weitere Empfehlungen waren unter anderem eine Namensänderung, Training für Menschen mit Handicap, eine Preisdifferenzierung und eine regelmäßige Überprüfung der Kundenzufriedenheit.
 
Zur verbesserten Kommunikation der Angebote wurde von beiden Gruppen die Einrichtung einer Homepage als sehr wichtig bewertet. Durch Zusatzangebote wie einen Newsletter kann von hier aus über aktuelle Angebote informiert werden. Eine Empfehlung, die noch im Rahmen der Vorstellung angenommen wurde und zu einem weiteren Kooperationsprojekt führen soll. Im kommenden Semester wird eine Projektgruppe die Planung und Umsetzung der Homepage betreuen.
 
Um die Bekanntheit weiter zu steigern, empfahlen die Studierenden außerdem eine Verknüpfung mit Google Maps sowie Anzeigen in Reiseführern, Magazinen und regionalen Zeitungen, einen aktuellen Flyer, Plakate sowie die Nutzung der Sozialen Netzwerke und der Werbeflächen im Bus. Projekte mit Hochschule, Unternehmen und Schulen und mehr Präsenz auf lokalen Veranstaltungen könnten die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zusätzlich erhöhen.
 
Vorschläge zur Refinanzierung waren, den Bus als „fahrende Werbung“ für regionale Unternehmen zu nutzen und Testbusse durch Kooperationen mit Daimler oder MAN einzusetzen.
 
Professorin Wibke Heidig, die das Projekt begleitet, sieht in der Kooperation einen besonderen Mehrwert für Studierende und die Region. „Die Studenten können hier unter realen Bedingungen ein Projekt umsetzen und ganz nebenbei noch ihre eigene Mobilität erhöhen. Das spornt an. Außerdem profitiert der Landkreis davon und damit wiederum auch unsere Studenten selbst.“

Landratsamt: Studierendenprojekt für den Regiobus unheimlich wertvoll
 
Von Seiten des Landrastamtes wird das von den Studenten der Hochschule Albstadt/Sigmaringen im Sommersemester 2017 durchgeführte Projekt zur Kundenzufriedenheit sowie Gewinnung neuer Fahrgäste als überaus positiv und hilfreich bezeichnet. Erster Landesbeamter Rolf Vögtle: „Die Studenten haben in einer beeindruckenden Abschlusspräsentation aufgezeigt, dass es vor allem im Marketing aber auch in anderen Bereichen noch großes Entwicklungspotential gibt, den Regiobus weiter voranzubringen. Ein besonderer Dank gilt daher nicht nur der Hochschule, die das Projekt ins Leben gerufen und kooperativ begleitet hat, sondern auch den Studentinnen und Studenten, die offenkundig keine Mühen gescheut haben, um uns mit ihrer tollen Arbeit zu unterstützen. Am Ende profitiert hiervon natürlich nicht nur unser Regiobus, sondern auch der Landkreis bzw. die gesamte Region zwischen Sigmaringen und dem Bodensee.“