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7.11.13: IGES-Geschäftsführer spricht über den Arzneimittelmarkt

 


Prof. Dr. Matthias Premer (l.) mit Dr. Martin Albrecht
Am 7. November 2013 war Dr. Martin Albrecht, Geschäftsführer des Bereichs Gesundheitspolitik am IGES Institut in Berlin als Referent an der Hochschule zu Gast. in seinem Vortrag im Rahmen der Reihe „Hochschule im Gespräch“ ging es um das Thema „Ausgabenentwicklung und Wettbewerb auf dem Arzneimittelmarkt“.

Zu Beginn ging Albrecht auf die drei sehr unterschiedlichen Ziele ein, die sich auf die Arzneimittelaufgaben auswirken. Die gesundheits-, sozial- und wirtschaftspolitischen Ziele laufen teilweise diametral gegeneinander. Während die gesundheitspolitischen Ziele vor allem die Sicherheit, wie beispielswiese den Impfschutz der Bevölkerung verfolgen, setzen die wirtschaftspolitischen Ziele verstärkt auf Aspekte wie den Standortwettbewerb im Bereich der Forschung und Innovation. Die sozialpolitischen Ziele wie die Verteilung von Arzneimitteln und der Zugang zu Gesundheitsleistungen bildeten dann den Schwerpunkt des Vortrags.
 
Der Experte zeigte auf, dass die Gesundheitsausgaben in Deutschland seit den 1970er Jahren auf einem recht stabilen Niveau in Bezug auf das BIP geblieben sind. Relativ schwach hat sich in dieser Zeit allerdings die Einnahmenbasis der gesetzlichen Krankenversicherungen entwickelt. Die größten Ausgabenblöcke der gesetzlichen Krankenversicherungen liegen im Bereich der Krankenhäuser, der ambulanten ärztlichen Behandlungen und der Arzneimittelausgaben. Gerade die Arzneimittelausgaben haben in den letzten Jahren eine sehr starke Dynamik erfahren und sind damit stark in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt.
 
Faktoren, die die Arzneimittelausgaben in die Höhe treiben, sind zum einen am gestiegenen Verbrauch in Bezug auf die verkauften Mengen festzumachen. Zum anderen sind konstant wachsende Forschungs- und Entwicklungskosten und damit hohe Risiken für die Unternehmen zu nennen. Demgegenüber stehen aber auch große Einsparungen, die auf technische Aspekte wie Packungsgrößen zurückzuführen sind.
Die Wettbewerbssituation auf dem Arzneimittelmarkt stellte Dr. Albrecht an einigen empirischen Beispielen in Bezug auf patentierte Medikamente und die spätere Konkurrenz durch Generikaprodukte dar. Hier verdeutlichte er, dass auch patentierte Arzneimittel nicht frei von Konkurrenz sind und auch in der Zeit des laufenden Patents bereits der Wettbewerbsdruck auf die Unternehmen einsetzt.
 
Im letzten Teil des Vortrags drehte sich alles um die gesetzlichen Regulierungen im deutschen Gesundheitswesen und die politischen Maßnahmen, die zur Ausgabendämpfung im Arzneimittelbereich ergriffen wurden. Beginnend mit den ersten Zuzahlungen für die Patienten 1977 bis hin zu den individuellen Rabattverträgen der Krankenkassen mit einzelnen Pharmaunternehmen und dem Value Based Pricing, bei dem in Zukunft Höchstpreise für das Medikament und eine Nutzenprüfung vorgeschrieben sind.
Abschließend zeigte der Referent die Ergebnisse einer IGES-Studie zu den individuellen Rabattverträgen zwischen den gesetzlichen Krankenversicherungen und den Pharmaunternehmen, die ganz klar eine Oligopolisierung des Markts und damit höhere Marktkonzentration erkennen lassen.

In der folgenden angeregten Diskussion ging es zuerst um die Auswirkungen der personalisierten Medizin auf die Arzneimittelausgaben. Außerdem sprachen Professoren, Studierende und Mitarbeiter mit Albrecht über die Forschungs- und Entwicklungskosten und deren Umlegung auf die Preise der Medikamente.

 


Der öffentliche Vortrag wurde von Prof. Dr. Matthias Premer, Prorektor und Professor im Studienbereich Betriebswirtschaft, organisiert.
 
Autor: Bodo Bresser